Kopf Kopf Kopf Kopf Kopf Kopf Kopf Kopf Kopf Kopf Kopf Kopf

Aktuelles

Anwalt Kanzlei Bremen
03.03.2016  | Geht ein Koffer auf Reisen....

 


Nach dem Urteil des Amtsgerichts München vom 08.12.2015 (Az. 283 C 5956/15) trifft den Anbieter von Busreisen eine Obhutspflicht für das im Gepäckraum beförderte Gepäck der Reisegäste.  


Wenn ein Gepäckstück während eines Zwischenstopps abhandenkommt, ist der Anbieter der Busreise in der Regel für den Verlust zum Schadenersatz verpflichtet.

 


In dem vom Amtsgericht München entschiedenen Fall hatte die Klägerin eine Fernbusreise nach München gebucht und ihren Koffer beim Einsteigen in den Bus dem Fahrer übergeben, der ihn in dem Gepäckraum des Busses verstaute. Eine Mitnahme des Koffers in den Passagierraum war der Klägerin nicht gestattet.  


Bei Zwischenstopps des Busses in Chemnitz und Regensburg stand der Gepäckraum des Busses nach beiden Seiten hin offen. Zusteigende Fahrgäste verstauten ihr Gepäck selber, die übrigen Reisenden konnten Gepäckstücke währenddessen selbständig entnehmen. 


Eine Überwachung des Gepäckraumes durch den Busfahrer fand während der Zwischenhalte nicht statt. Der Fahrer hatte sich vielmehr vom Bus abgewandt, um zu telefonieren.  


Nach Ankunft in München stellte die Klägerin fest, dass ihr Koffer verschwunden war. Sie reichte wegen des Verlustes von Koffer und Inhalt Schadenersatzklage ein, die vom Amtsgericht München zugesprochen wurde.  


Das Gericht urteilte dabei, dass den Fahrer des Busses eine Obhutspflicht über das Gepäck treffe, da die Kosten des Gepäcktransportes im Reisepreis enthalten sind.  


Indem der Fahrer das Gepäck während der Zwischenstopps weitgehend unbeaufsichtigt ließ, habe er diese Obhutspflicht grob fahrlässig verletzt. 


Deswegen komme dem vom Busreiseunternehmen zur Verteidigung eingewandten Haftungsausschluss in Hinblick auf das Gepäck keine rechtliche Bedeutung zu.  


Ebenso wenig treffe die Klägerin ein Mitverschulden, da der Schutz des im Gepäckraum befindlichen Gepäcks vor Diebstahl nicht Aufgabe der Busreisenden, sondern des Buspersonals sei.  


Ähnliche Fallkonstellationen sind bspw. auch bei Kreuzfahrten anzutreffen.


 


Start | Rechtsanwlte | Fachgebiete | Karriere | Geschichte | Aktuelles | Links | Kontakt | Impressum | Informationspflichten
2017 Dr. Mahlstedt & Partner | Design und Programmierung: www.atelier-avanti.de - Werbeagentur in Bremen